Gerüsttypen
Welches Gerüst brauche ich für eine Fassadensanierung?
Eine Fassadensanierung stellt unterschiedliche Anforderungen an das Arbeitsgerüst. Bereits in der Planungsphase muss entschieden werden, welche Gerüstart, welche Lastklasse und welche Breitenklasse für die vorgesehenen Arbeiten erforderlich sind. Ziel ist es, allen beteiligten Gewerken einen sicheren Arbeitsplatz zu bieten und gleichzeitig einen wirtschaftlichen Bauablauf zu ermöglichen.
In den meisten Fällen kommt ein Fassadengerüst nach DIN EN 12810 und DIN EN 12811 zum Einsatz. Es dient als temporäre Arbeitsplattform und wird entsprechend der Gebäudegeometrie sowie der späteren Nutzung geplant. Dabei spielen Gebäudehöhe, Fassadenform, Materiallagerung, Zugänge sowie mögliche Windbeanspruchungen eine wesentliche Rolle.
Welche Ausführung erforderlich ist, hängt maßgeblich von den auszuführenden Arbeiten ab. Während Maler- oder Reinigungsarbeiten meist geringere Anforderungen an die Tragfähigkeit stellen, benötigen Putz-, Klinker- oder Natursteinarbeiten deutlich höhere Lastreserven. Werden zusätzlich Dacharbeiten ausgeführt, können Dachfanggerüste oder andere Absturzsicherungen erforderlich werden. Bei verwinkelten Gebäuden, Vorsprüngen oder denkmalgeschützten Bauwerken sind häufig individuelle Sonderkonstruktionen notwendig.
Auch die Arbeitsbreite ist bereits in der Planungsphase zu berücksichtigen. Sie richtet sich nicht nach der Gebäudegröße, sondern nach dem Platzbedarf der ausführenden Gewerke und dem vorgesehenen Materialtransport auf der Gerüstlage.
| Typische Arbeiten | Übliche Gerüstlösung* |
|---|---|
|
Fassadenanstrich |
Fassadengerüst, |
|
Wärmedämmverbundsystem (WDVS) |
Fassadengerüst, |
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Putz- und Stuckarbeiten |
Fassadengerüst, |
|
Klinker- und Natursteinarbeiten |
Fassadengerüst, |
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Dachsanierung |
Fassadengerüst mit Dachfang |
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Komplexe Bauwerke |
Sonderkonstruktion |
*Die endgültige Auslegung erfolgt immer projektbezogen.
Die Auswahl eines geeigneten Gerüstes erfolgt grundsätzlich im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sowie unter Berücksichtigung der späteren Nutzung. Eine frühzeitige Abstimmung zwischen Bauherrn, Planer, Gerüstbauer und den ausführenden Gewerken erleichtert die Planung und vermeidet kostenintensive Anpassungen während der Bauphase.
Relevante Regelwerke
- DIN EN 12810
- DIN EN 12811-1
- TRBS 2121 Teil 1
- Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
Kurz zusammengefasst
- Die Gerüstwahl richtet sich nach der Art der Arbeiten und nicht allein nach dem Gebäude.
- Last- und Breitenklasse müssen bereits in der Planung festgelegt werden.
- Besondere Bauwerke erfordern häufig individuelle Gerüstlösungen.
- Eine frühzeitige Abstimmung aller Beteiligten erhöht Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.













